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Vitamin D und die SonneMan kann sich nur schwer vorstellen, dass ein Vitamin ins Kreuzfeuer der Kritik geraten könnte, aber genau das ist mit Vitamin D geschehen. Die Debatte dreht sich darum, ob wir es riskieren sollen, unseren Körper der Sonne auszusetzen, weil er Vitamin D braucht. Vitamin-D-Mangel kann ein ernsthaftes Problem für unsere Gesundheit sein, hauptsächlich aufgrund der Tatsache, dass die Aufnahme von Kalzium und Phosphor blockiert wird, was zu einem chronischen Ungleichgewicht und Knochenschwund führt. Und wie es der Zufall will, ist das Sonnenlicht eine reichlich vorhandene natürliche Quelle, die in unserem Körper die Produktion von Vitamin D anregt. Möglicherweise wissen Sie nicht, dass Vitamin D, trotz seines Namens, eigentlich gar kein Vitamin ist, sondern ein Hormon namens Calcitriol. Wenn Ihre Haut der UV B-Strahlung ausgesetzt wird, verwandelt diese das in Ihrer Haut und Ihrem Blut vorhandene 7-Dehydrocholesterol in Vitamin D3 (Cholecalciferol), das mit Hilfe von Leber und Nieren nun die Absorption von Kalzium und Phosphor im Körper anregt und reguliert. Weil es sehr wenige Nahrungsmittel gibt, die von Natur aus Vitamin D enthalten (am ehesten noch Lachs, Makrelen und Lebertran), müssen sich die meisten von uns entweder auf die Sonne verlassen oder auf Nahrungsmittel mit Vitamin D-Zusatz (zum Beispiel Milch und Cerealien), damit unserem Körper ausreichende Mengen zur Verfügung stehen. Die Kontroverse entsteht nun dadurch, dass es einerseits gefährlich ist, unsere Haut ohne Sonnenschutz der Sonne auszusetzen, aber andererseits einige Menschen glauben, dass Sonnenschutzmittel die Fähigkeit des Körpers aufheben, mit Hilfe der Sonnenstrahlung Vitamin D zu erzeugen. Diese Bedenken wurden von einigen mutmaßlich sehr angesehenen Forschern geäußert (Quellen: http://www.intelihealth.com/IH/ihtIH/WSIHW000/325/20932/230636.html?d=dmtContent; http://www.cnn.com/2003/HEALTH/diet.fitness/10/28/vitamin.D.ap/; http://www.umm.edu/patiented/articles/what_sunscreen_guidelines_000020_4.htm; American Journal of Clinical Nutrition , Dezember 2004, 80 (Anhang 6):1678S-88S; Archives of Dermatology , Dezember 1988, Seite 1802–1804). Auf der anderen Seite der Kontroverse stehen die Befürworter der Sonnenmeidung (zu denen auch ich gehöre), die dazu aufrufen, dem Körper ausreichende Mengen an Vitamin D mit Hilfe von Nahrungsmitteln und zusätzen zuzuführen, ohne am Sonnenschutz zu sparen, weil Sonnenschutzmittel gar nicht die Menge an UV B-Strahlung herausfiltern, die der Körper benötigt, um Vitamin D herzustellen. Ein Artikel, der im PCI Journal (Jg. 12, Nr. 4, November 2004) nachgedruckt wurde, zitiert den Dermatologen Professor Dr. med. Darrell S. Rigel vom New York University Medical Center in New York City (USA). Er sieht und behandelt täglich Hautkrebspatienten und ist entsetzt darüber, dass irgend jemand ohne Gewissensbisse behauptet, die Haut absichtlich der Sonne auszusetzen, ganz gleich wie lange, könne gesundheitsfördernd sein. Es steht fest, dass die Zahl der Hautkrebserkrankungen ständig steigt, und fundierte wissenschaftliche Forschung untermauert die These, dass die tägliche Anwendung von Sonnenschutzmitteln der beste Schutz vor den schädlichen Auswirkungen der Sonnenstrahlung ist. Der gleiche Artikel erwähnt auch eine Studie aus dem Jahre 1997, die im Weitere, teilweise großangelegte, kontrollierte Studien haben nachgewiesen, dass Vitamin D-Mangel nicht das Ergebnis der regelmäßigen Anwendung von Sonnenschutzmitteln ist. Vitamin D-Nahrungsergänzungsmittel sind eine gute Idee, weil die Nahrung der meisten Menschen nicht genug Vitamin D enthält. Außerdem nimmt mit zunehmendem Alter die Fähigkeit unseres Körpers ab, Vitamin D auf natürliche Weise zu erzeugen, weil die Menge des 7 Dehydrocholesterols abnimmt, mit dem der Wandlungsprozess beginnt, aus dem das Vitamin D entsteht (Quellen: The Journal of the American Osteopathic Association , Jg. 103, Nr. 8, August 2003, Seite 3–4; American Journal of Clinical Dermatology, März 2002, Seite 185–191; Dermatology, Januar 2001, Seite 27–30; British Medical Journal , Oktober 1999, Seite 1066). Bevor Sie mit der Einnahme neuer Vitaminzusätze beginnen, sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt darüber sprechen. Paula Begoun |





