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Sonnenschutz in Haarpflegemitteln?Es gibt gar keine Frage: Haare müssen vor der Sonne geschützt werden! Die Sonnenstrahlung schädigt das Haar, indem sie die Verbindungen zerstört, die seine Struktur intakt halten. Während Bürsten und Kämmen die äußere Schuppenschicht schädigen, zerstört die Sonnenstrahlung das Innere des Haars, und deshalb bleichen Haare auch in der Sonne. Und obwohl das Haar also dringend eines Schutzes bedarf, sind Sonnenfilter in Haarpflegemitteln wie Shampoo, Conditioner und Styling-Produkten reine Zeit- und Geldverschwendung. Leider gibt es nämlich keine Möglichkeit für diese Mittel, für einen ausreichenden Sonnenschutz zu sorgen, denn schließlich soll man Shampoo und Conditioner ja ausspülen, und folglich kann man nicht feststellen, wieviel Sonnenschutzmittel – wenn überhaupt – nach dem Ausspülen noch im Haar verbleibt. Angesichts der Wasserlöslichkeit der meisten Sonnenschutzmittel ist sogar anzunehmen, dass sie fast sofort vollständig ausgespült werden. Die logische Folge wäre, einen wasserfesten Sonnenschutz zu erfinden, aber bisher hat noch niemand eine zufriedenstellende Lösung gefunden. Hinzu kommt, dass die Inhaltsstoffe von Sonnenschutzmitteln nicht gut am Haar haften, und wenn man sie so formulieren würde, dass sie am Haar haften, würden sich die Haare schmierig und fettig anfühlen und ließen sich kaum noch frisieren.Haarpflegemittel, die man im Haar lässt und die Sonnenfilter enthalten, sind eine etwas – aber nur geringfügig – bessere Lösung. Obwohl sich die Haarhaftfähigkeit des Sonnenschutzmittels verbessert, wenn es in ein Produkt integriert ist, das im Haar bleibt (also nicht ausgespült wird), schwächt sich die Wirksamkeit eines Sonnenschutzmittels ganz oder teilweise unter Hitzeeinwirkung ab, zum Beispiel wenn man die Haare anschließend noch mit einem Haartrockner, Glätteisen oder Lockenstab frisiert. Selbst durch einfaches Bürsten kann man das Sonnenschutzmittel möglicherweise wieder vom Haarschaft lösen und ausbürsten. Da die FDA der Auffassung ist, dass Haarpflegemittel keinen sicheren oder zuverlässigen Sonnenschutz gewähren können, dürfen diese Produkte auch nicht mit einem Lichtschutzfaktor (SPF/LSF) gekennzeichnet werden, und ohne eine solche Angabe (oder selbst mit einer solchen Angabe, die gesetzwidrig wäre) gibt es keine Möglichkeit zu bestimmen, wie lange der Haarschaft geschützt ist oder ob überhaupt noch ein Sonnenschutzmittel im Haar verblieben ist. Wenn Sie den Lichtschutzfaktor nicht kennen, wissen Sie nicht, ob ein Mittel LSF 4, 8 oder 15 bietet. Außerdem wissen wir ja bei der Haut, dass man ein Sonnenschutzmittel nach dem Baden oder nach einem langen Aufenthalt in der Sonne erneut auftragen muss, aber wie steht es mit den Haaren? Sollen Sie sich nach zwei Stunden Radfahren erneut Ihren Conditioner mit Sonnenfilter ins Haar reiben? Um Verbraucher davon zu überzeugen, dass Haarpflegemittel Haare wirklich vor der Sonne schützen können, drucken einige Kosmetikfirmen nun Lichtschutzfaktoren auf ihre Produkte. Ein Beispiel dafür ist Bobbi Brown’s Leave-In Hair Conditioner SPF 15 ($15/ca. €10,50 für 48,2 g). Der auffällig gedruckte SPF-Wert könnte Verbraucher zu der Annahme verleiten, endlich ein Produkt gefunden zu haben, dass ihre Haare vor der Sonne schützt, aber leider handelt es sich nur um einen Verkaufstrick, der Ihren Haaren nicht hilft. Wenn Sie die sorgfältigen Formulierungen in der Gebrauchsanweisung für dieses Mittel nämlich genau lesen, stellen Sie fest, dass sich der Lichtschutzfaktor nur auf die Kopfhaut bezieht (und nicht auf die Haare). Viele werden diesen Hinweis jedoch überlesen und davon ausgehen, dass das Produkt einen echten Sonnenschutz für die Haare bietet. Das ist aber nicht der Fall. Ich behaupte nicht, dass bestimmte Inhaltsstoffe unter bestimmten, sehr kontrollierten Umständen Haare nicht vor der Sonne schützen können, denn das können sie durchaus. Es gibt Studien, in denen man einen Haarbüschel mit Sonnenschutzmittel eingerieben und unter UV A/UV B-Strahler gelegt hat. Nach einer gewissen Zeit hat man das Ergebnis überprüft und festgestellt, dass das Sonnenschutzmittel eine Schädigung des Haares wirksam unterbinden konnte. Aber solche Versuche entsprechen nicht der Art, in der Normalverbraucher solche Produkte anwenden. Wer schmiert sich denn schon Sonnenschutzmittel in die Haare und lässt sie dann einfach in diesem Zustand? Solange die Fragen der Anwendung und der Anhaftung nicht gelöst sind, wäre es ein großer Fehler, sich auf Sonnenfilter zu verlassen, die in Haarpflegeprodukten enthalten sind. Und solange die FDA ihren Segen für Lichtschutzfaktoren verweigert, die sich auf den Schutz des Haares und nicht der Kopfhaut beziehen, sollten Sie eine Kopfbedeckung tragen, wenn Sie längere Zeit in der Sonne verbringen. Das ist derzeit der einzige wirksame Schutz gegen eine Schädigung Ihres Haares durch Sonnenstrahlung. Paula Begoun |





