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Verursachen Haarfarben Krebs?Problem: Eine Krankenschwester hat mich davor gewarnt, braune oder schwarze Haarfärbemittel zu verwenden, weil sie krebserregend seien. Ich habe in Ihrem Buch zur Haarpflege zu diesem speziellen Thema gelesen, dass kein Anlass zur Sorge bestehe, aber unter Medizinern scheint es noch immer ein Thema zu sein. Sind dunkle Haarfärbemittel sicher oder nicht? Lösung: Leider wissen nur wenige der 75 Millionen Frauen, die regelmäßig ihre Haare färben, dass es überhaupt ein Problem mit Haarfärbemitteln und deren Verbindung mit bestimmten Krebsarten gibt. Obwohl dieses Thema aber existiert, sind die Assoziationen keineswegs schlüssig. Das Beste, was ich tun kann, ist, die Informationen und Forschungsergebnisse, die vorliegen, an Sie weiterzugeben, damit Sie selbst entscheiden können. Die Debatte wurde hauptsächlich dadurch ausgelöst, dass die amerikanische Krebsgesellschaft (ACS) herausfand, dass Frauen, die mehr als 20 Jahre lang schwarze Haarfärbemittel benutzt hatten, ein geringfügig erhöhtes Risiko aufwiesen, an Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) und multiplem Myelom (Morbus Kahler), einem normalerweise bösartigen Knochenmarkstumor, zu erkranken. Dabei wurden 573.369 Frauen befragt, die Fragebögen zu ihrem Gebrauch permanenter Haarfärbemittel ausfüllen mussten. Die gleiche Studie kam aber auch zu dem Schluss, dass Frauen, die ihre Haare färbten, insgesamt ein leicht geringeres Risiko aufwiesen, an Krebs zu sterben, als Frauen, die nie Haarfärbemittel verwendeten (Quellen: Journal of the National Cancer Institute , 2. Februar 1994, Seite 210–215; Environmental Health Perspectives, Juni/Juli 1994, Jg. 102, Nr. 6/7). Nachfolgende Studien konnten überhaupt keinen Zusammenhang feststellen und kein Risiko irgendwelcher Art wissenschaftlich untermauern. Ein Artikel im Verbrauchermagazin der FDA (Januar/Februar 2001) berichtete, dass Wissenschaftler vom Brigham and Women’s Hospital in Boston in einer im Journal of the National Cancer Institute (Ausgabe vom 5. Oktober 1994) veröffentlichten Studie 99.000 Frauen beobachtet hatten und „kein erhöhtes Krebsrisiko des Blut- oder Lymphsystems bei Frauen [fanden], die jemals permanente Haarfärbemittel verwendet hatten. Im Jahre 1998 befragten Wissenschaftler der University of California at San Francisco dann 2.544 Menschen nach ihrem Gebrauch von Haarfärbemitteln. Nachdem sie die Resultate dieser Untersuchung dann in die von Tierversuchen und anderen epidemiologischen Studien integriert hatten, gelangten sie zu dem Schluss, dass es kaum überzeugende Belege für eine Verbindung zwischen Non-Hodgkin-Lymphom und der normalen Verwendung von Haarfärbemitteln beim Menschen gab. Die Studie wurde in der Dezember-Ausgabe 1998 des American Journal of Public Health veröffentlicht.“ Es gab auch danach noch weitere Studien, die zeigten, dass es keinen Zusammenhang zwischen Haarfärbemitteln und Krebs oder anderen Krankheiten gibt. Eine stellte fest: „Der Mangel an Assoziationen zwischen dem exklusiven Gebrauch eines bestimmten Typs von Haarfärbemitteln und dem Brustkrebsrisiko lässt darauf schließen, dass die Anwendung von Haarfärbemitteln das Brustkrebsrisiko bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter nicht beeinflusst. Also stehen die Resultate der vorliegenden Studie, wie auch die negativen Resultate der meisten (aber nicht aller) vorhergehenden Studien, im Einklang mit der Schlussfolgerung, dass weder die Anwendung von Haarfärbemitteln noch von Haarsprays das Brustkrebsrisiko beeinflusst“ (Quelle: Cancer Causes and Control, Dezember 1999, Seite 551–559). Eine andere stellte fest: „Wir fanden keine Belege dafür, dass der Gebrauch von permanenten Haarfärbemitteln, das Alter des ersten Gebrauchs, die Häufigkeit des Gebrauchs oder die Dauer des Gebrauchs mit der Entwicklung von Lupus erythematodes in Verbindung stehen“ (Quelle: Arthritis and Rheumatism, April 1996, Seite 657–662). Im Februar 2001 erhielt das Thema dann neuen Auftrieb, als Wissenschaftler der University of Southern California (USC) von einer Verbindung zwischen der Verwendung permanenter Haarfärbemittel und Blasenkrebs berichteten. „Sie werteten 897 Fragebögen von Patienten mit Blasenkrebs aus und verglichen sie mit Fragebögen von 897 ähnlichen Personen ohne Blasenkrebs. Sie stellen fest, dass die Personen mit Blasenkrebs dreimal so häufig permanente Haarfärbemittel verwendet hatten, und zwar über einen Zeitraum von 15 Jahren mindestens einmal im Monat. Außerdem hatten Personen, die zehn oder mehr Jahre als Frisöre oder Barbiere gearbeitet hatten, fünfmal so häufig Blasenkrebs wie Personen, die keinen permanenten Haarfärbemitteln ausgesetzt waren“ (Quelle: www.sciencedaily.com). Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass es sich bei dieser Studie um eine epidemiologische Untersuchung handelt, die Verhaltensweisen betrachtet und die mögliche Beziehung zwischen Produkten und deren Auswirkungen auf die Gesundheit. Epidemiologische Studien sind in keiner Weise definitiv. Zum Beispiel geht aus dieser Studie nicht hervor, welcher Anteil der Probanden rauchte, was sie aßen oder ob sie noch unter anderen Krankheiten litten. Die Studie behauptet auch nicht, dass Haarfärbemittel Krebs verursachen, sondern nur, dass es eine zahlenmäßige Relation gibt (was bedeutet, dass es keine eindeutigen oder schlüssigen Belege gibt). Wenn Sie ganz besonders vorsichtig sein möchten, dann können Sie dunkle permanente oder semipermanente Haarfärbemittel meiden. Angesichts der USC-Studie, nach der Frauen, die Ihre Haare über mehr als 15 Jahre öfter als zwölfmal im Jahr färbten, ein höheres Krebsrisiko aufweisen, könnten Sie sich auch überlegen, Ihre Haare weniger häufig zu färben, zum Beispiel nur sechs- oder achtmal im Jahr. Es ist auch wichtig, zu bedenken, dass selbst dann, wenn Haarfärbemittel das Blasenkrebsrisiko tatsächlich erhöhten, dieses Risiko zahlenmäßig noch immer sehr klein wäre, da Frauen nur rund 15.000 der 40.000 Blasenkrebsfälle, die jedes Jahr neu diagnostiziert werden, ausmachen (Quelle: www.webmd.com). Paula Begoun |





