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Allergische und sensible Haut

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Wenn Sie empfindliche oder zu Allergien neigende Haut besitzen konnten Sie mit grosser Wahrscheinlichkeit schon einmal in Ihrem Gesicht oder an Ihrem übrigen Körper eine Reaktion auf ein Hautpflege- oder Kosmetikprodukt feststellen. In manchen Fällen reicht es aus, wenn man das Produkt herausfindet, das dieses Problem verursacht hat und es nicht weiter verwendet. Die Haut wird sich normalerweise innerhalb von ein oder zwei Tagen wieder erholen. Manchmal  weist die Haut aber auch noch Tage oder sogar Monate, nach der Verwendung des reizauslösenden Produktes, Reizungserscheinungen auf. Es gibt ein paar einfache Dinge, die Sie tun können, um erfolgreich dagegen vorzugehen.

Vergewissern Sie sich, dass Sie es tatsächlich mit einer Allergie oder einer sensiblen Reaktion auf ein Produkt zu tun haben und nicht mit einer Hautkrankheit. Viele Hauterkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte), Rosacea, Ekzeme, Follikulitis (eine Entzündung des Haarbalgs) und Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel können Reizungen, Rötungen, Schwellungen, Schuppen oder Ausschlag auf der Haut verursachen. Medscape.com bietet eine gute Hilfestellung (in englischer Sprache), wenn Sie herausfinden wollen, ob Sie allergisch sind. Klicken Sie auf die Homepage “Primary Care” ( http://www.medscape.com/primarycarehome ), und suchen Sie dort nach dem Hyperlink zum “Dermatology Atlas”, wo Sie mehr als 2.600 Abbildungen von Hautproblemen finden. (Sie müssen zwar einen Benutzernamen anlegen und ein Passwort hinterlegen, aber der Online-Dienst von Medscape ist völlig kostenlos.) Sie können dann das Aussehen Ihrer Haut mit den abgebildeten Erkrankungen vergleichen.

Versuchen Sie nun festzustellen, welche(s) Produkt(e) das Problem verursacht(en), und hören Sie sofort auf, dies(e) Mittel zu verwenden. Wenn Sie beispielsweise einen neuen Abdeckstift benutzt haben und Sie an der Stelle, wo Sie ihn aufgetragen haben, innerhalb weniger Stunden Rötungen, Schwellungen oder einen Juckreiz feststellen, dann ist es ziemlich eindeutig, dass dieses neue Mittel hinter dem Problem steckt. Kompliziert wird die Sache aber dadurch, dass sich nicht alle Hautreaktionen nach so kurzer Zeit einstellen. Möglicherweise dauert es Wochen, Monate oder sogar Jahre, bis Ihre Haut eine negative Reaktion zeigt. Außerdem ist es bei der Vielzahl von Kosmetika, die Frauen täglich anwenden, oft sehr schwierig, genau jenes Produkt zu ermitteln, das die Hautprobleme verursacht. Noch komplizierter wird es, wenn nicht nur ein einzelnes Mittel, sondern die Kombination bestimmter Produkte die Hauteizung verursacht (vielleicht ist es ja nicht der Abdeckstift selbst, sondern die Verbindung von Abdeckstift, Grundierung und Feuchtigkeitsspender). Wichtig ist es vor allem, dass man mit viel Geduld und Sorgfalt an das Problem herangeht und ein wenig mit dem Mittel oder den Mitteln experimentiert, die man im Verdacht hat. Dann muss man erst einmal auf die Reaktion der Haut warten, nachdem das/die Mittel abgesetzt wurde(n).


Gleichgültig, ob Sie nun wissen, welches Mittel die Hautreizung auslöst, eine rezeptfreie Kortisoncreme könnte in dieser Situation ihr bester Freund sein.
Lanacort oder Cortaid sind hervorragende rezeptfreie Kortisoncremes mit entzündungshemmend Wirkung. Das Auftragen dieser Cremes auf gereizte, entzündete Haut unterbindet, die Reaktion, die das Problem verursacht. Wenn Sie die Hautreizung bemerken, tragen Sie die Kortisoncreme mehrere Tage lang auf die betroffene Stelle auf. Verwenden Sie die Creme weiterhin, auch, wenn die Haut wieder in ihrem Normalzustand zu sein scheint. Beachten Sie, dass sich eine allergische Reaktion über einen längeren Zeitraum hinziehen kann. Die rezeptfreien Kortisoncremes können bedenkenlos über kurze Zeit angewendet werden. Erst der Kontinuierliche Gebrauch über einen längeren Zeitraum (nomalerweise mehr als zwei oder drei Monate) kann das Kollagen und das Elastin in der Haut schädigen.

Während Sie die allergische oder sensibles Reaktion bekämpfen, sollten Sie keine anderen Reizstoffe irgendwelcher Art auf der Haut verwenden. Düfte, Peelingmittel, Waschlappen, AHA-Mittel, Tretinoin (wie Retin-A, Renova), Benzoylperoxid, Hautaufheller oder andere wirkstoffhaltige Hautpflegeprodukte können Reizungen auslösen und das Problem nur noch verschlimmern.

Vermeiden Sie Saunen, Dampf, Transpiration (wenn möglich) oder Reiben der betroffenen Hautpartie, denn all dies kann dazu führen, dass die Reizung erneut in Erscheinung tritt.

Wenn sich die Haut nach vier bis sechs Wochen nicht gebessert hat, sollten Sie ärztlichen Rat suchen und Ihren Hautarzt um eine Diagnose bitten.

Wenn Sie vermuten, dass die allergische Reaktion gravierend ist (in Form von Quaddeln, extrem geschwollener Haut oder geschwollenen Augen oder von roten Hautflecken, die sich warm anfühlen oder kribbeln), suchen Sie Ihren Arzt auf und fragen Sie ihn, ob er Ihnen ein orales Antihistaminikum wie etwa Benadryl verschreibt, um die Reaktion zu stoppen.

Paula Begoun