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Akne (für jedes Alter)

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PAULA'S CHOICE PRODUKTE FÜR DIESEN HAUTTYP

Akne bei normaler bis fettiger Haut/Mischhaut

Akne bei normaler bis trockener Haut

Akne mittelschwer bis stark


Es ist kaum ein Geheimnis, wie Pickel entstehen. Im Prinzip beginnt es damit, dass Hormone einen Überschuss an Hautfett, dem Talg, in den Talgdrüsen der Haut produzieren. Aus irgendeinem Grund kann der Talg nicht gleichmäßig aus der Haut austreten, möglicherweise aufgrund einer Abnormität in der Form der Pore. Der aufgestaute Talg bildet dann, zusammen mit abgestorbenen Hautzellen, einen Pfropfen und führt schließlich zu einer verstopften Pore. Eine bestimmte Bakterienart (namens Propionibacterium acnes), die in den Talgdrüsen vorkommt, ernährt sich von dem Fett und den abgestorbenen Hautzellen, gedeiht dadurch prächtig und verursacht schließlich eine Entzündung der Haut. Die Entzündung und die Verbreitung der Bakterien führen dann zur Bildung eines Pickels (Quelle: Drugs, 2003, Band 63, Ausgabe 15, Seite 1579-1596; Advances in Dermatology, Januar 2003, Seite 1-10).

Es gibt begrenzte Untersuchungen zur Rolle der Ernährung beim Entstehen und/oder der Bekämpfung von Akne. Bei einigen Menschen kann eine allergische Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel wie Nüsse, Lachs oder Milchprodukte die Entzündung der Pore auslösen und damit zu unreiner Haut führen. Studien haben ergeben, dass man Akne höchstwahrscheinlich mit Nahrungsergänzungsmittel wie Zink oder Vitamin A nicht wirksam behandeln kann. Bei einer Überdosierung könnten diese Nahrungszusätze sogar selbst ungesund sein (Quellen: Journal of Pediatric Hematology and Oncology, Oktober 2002, Seite 582-584; Journal of the American Academy of Dermatology, August 2002, Seite 231-240; European Journal of Dermatology, Juni 2000, Seite 269-273).
 

Die besten Ergebnisse erzielen Sie bei der Bekämpfung von Akne, wenn Sie die folgenden Ratschläge befolgen:

  1. Reduzieren Sie Hautfett, um den Bakterien die Umgebung zu entziehen, in der sie sich wohlfühlen.
  2. Verwenden Sie ein Peeling welches auf der Hautoberfläche und innerhalb der Talgdrüse wirkt, um die Form und Funktion der Talgdrüse zu verbessern.
  3. Desinfizieren Sie Ihre Haut, um die Bakterien zu zerstören, die Akne verursachen.
Gegen unreine Haut gibt es Unmengen an rezeptfreien wie auch rezeptpflichtigen Mitteln. Dadurch ist die Bekämpfung eine recht komplizierte Angelegenheit, denn es gibt nicht nur eine Methode oder Behandlung (oder Kombination von Therapien), die bei jedem gleichermaßen wirkt. Ihr Ziel sollte es deshalb sein, die Kombination herauszufinden, die bei Ihnen wirkt, was allerdings einiges Experimentieren erfolrderlich macht.

 

Akne bekämpfen - Schritt für Schritt:

GESICHTSREINIGUNG: Verwenden Sie einen sanften wasserlöslichen Reiniger.
Einer der am weitesten verbreiteten Mythen in der Hautpflege ist, dass ein leichtes Kribbeln oder ein kühlendes Gefühl bedeuten, dass ein Mittel „wirkt", aber das ist ein gewaltiger Irrtum. Dieses Gefühl ist nämlich in Wirklichkeit eine Hautreizung, und Produkte, die dieses Gefühl verursachen, könnten dem Heilungsprozess der Haut sogar schaden, die Narbenbildung verschlimmern und jene Bakterien fördern, die Pickel verursachen. Verschlimmern kann sich die Situation auch, wenn man Reiniger verwendet, die die Poren verstopfen (wie Seifen und Reinigungsstücke) (Quelle: Dermatologic Therapy, Februar 2004, Anhang, Seite 16-25 und 26-34). Der wichtige erste Schritt sollte daher sein, einen sanften wasserlöslichen Reiniger zu finden.

Wenn Sie hartnäckiges oder wasserfestes Make-up entfernen, müssen Sie möglicherweise einen Wachlappen verwenden, um sicherzustellen, dass Sie auch wirklich Ihr gesamtes Make-up entfernen. Um zu verhindern, dass auf diesem Waschlappen Bakterien gedeihen, verwenden Sie bei jeder Gesichtswäsche einen frischen Waschlappen.
 

PEELING (ABSCHÄLEN): Verwenden Sie ein Produkt mit ein- oder zweiprozentiger Salicylsäure (BHA) (oder ein Produkt mit achtprozentiger Alpha-Hydroxy-Säure [AHA]), um abgestorbene Hautpartikel zu entfernen. Als Faustregel für alle Arten von Akne (einschließlich Mitessern) ist BHA gegenüber AHA zu bevorzugen, weil BHA besser das Fett innerhalb der Talgdrüse besser durchdringen kann (Quelle: Cosmetic Dermatology, Oktober 2001, Seite 65-72). Dieses Durchdringen ist wichtig, um abgestorbene Hautzellen auch von der Innenseite der Talgdrüse zu entfernen. Einige Menschen (zum Beispiel jene mit einer Aspirinallergie) vertragen keine Salicylsäure und können auf AHA-Produkte als Alternative ausweichen.

Durch lokales Schrubben oder Reiben mit einem Waschlappen kann man ein mechanisches Peeling der Haut bewirken. Obwohl es bei einigen Menschen helfen kann, abgestorbene Hautzellen zu entfernen, ersetzt es keinesfalls eine wirksame Behandlung mit BHA, AHA oder einem rezeptpflichtigen Medikament. Achten Sie darauf, dass Sie bei einem mechanischen Peeling nicht zuviel schrubben, denn ein übermäßiges Abschälen der Haut kann die Heilungsfähigkeit der Haut beeinträchtigen.
 

TOPISCHE (LOKALE) DESINFEKTION: Benzoylperoxid (BPO)* gilt als das wirksamste rezeptfreie Mittel für die lokale Desinfektion bei der Bekämpfung unreiner Haut (Quelle: Skin Pharmacology and Applied Skin Physiology, September/Oktober 2000, Seite 292-296). Es gibt hinlänglich viele und schlüssige Studien, die die Wirksamkeit von Benzoylperoxid belegen (Quellen: American Journal of Clinical Dermatology, April 2004, Seite 261-265; Journal of the American Academy of Dermatology, November 1999, Seite 710-716). Zu den Eigenschaften von Benzoylperoxid gehört dessen Fähigkeit, in den Haarbalg (Follikel) vorzudringen-und die Bakterien, die das Problem verursachen, zu erreichen und sie abzutöten. Das Risiko der Reizung ist in diesem Fall sehr gering. Weiters bei der Anwendung eines solchen Mittels stellen nicht die Probleme einer allfälligen Bakterienresistenz, die bei einigen lokal eingesetzten antibakteriell wirkenden Mitteln, (Antibiotika) nich. (Quelle: Dermatology, 1998, Band 196, Ausgabe 1, Seite 119-125).

Es gibt nicht viele andere Möglichkeiten, die Haut zu desinfizieren. Alkohol und Schwefel können gute Desinfektionsmittel sein, aber sie trocknen die Haut zu stark aus, reizen sie und beeinträchtigen ihre Heilfähigkeit (Quellen: American Journal of Clinical Dermatology, April 2004, Seite 217-223; Cosmetics & Toiletries Magazine, März 2004, Seite 6; Infection, März/April 1995, Seite 89-93).

Es gibt einige interessante Untersuchungen, die belegen, dass Teebaumöl ein wirksames Desinfektionsmittel ist. Das Medical Journal of Australia (Oktober 1990, Seite 455-458) verglich die Wirksamkeit einer fünfprozentigen Teebaumöllösung mit Benzoylperoxid in gleicher Konzentration bei der Behandlung von Akne und kam zu dem Schluss: „Beide Behandlungsmethoden waren wirksam in der Reduktion der Anzahl entzündeter Läsionen [Wunden] während des gesamten Versuchs, wobei ein wesentlich besseres Ergebnis für das Benzoylperoxid im Vergleich zum Teebaumöl festgestellt wurde. In der Versuchsgruppe, die Benzoylperoxid verwendete, wurde im Vergleich mit der Teebaumölgruppe die Fettigkeit der Haut signifikant vermindert." Leider enthalten die meisten auf dem Markt erhältlichen Präparate Teebaumölkonzentrationen von weniger als einem Prozent und nicht die 5%ige Konzentration, die in der Studie zugrunde gelegt wurde.

Für einige Menschen mag ein lokales Desinfektionsmittel ausreichen, aber das ist eher die Ausnahme. Ein topisches antibakteriell wirkendes Mittel in Verbindung mit einem Peelingprodukt bildet eine starke Kombination beim Kampf gegen unreine Haut. Wenn man die Haut reinigt, ohne sie sowohl zu peelen als auch zu desinfizieren, ist eine Beseitigung von Akne eher nicht wahrscheinlich. Man kommt vielleicht zu einigermaßen guten Ergebnissen mit der einen oder der anderen Methode, aber erst gemeinsam sind sie ein wirkungsvolles Mittel, um unreiner Haut beizukommen.
 

* Anmerkung: Benzoylperoxid hebt die Wirkung der meisten Retinoide (d.h. Retin­A, Tazorac) auf und kann daher nicht gleichzeitig mit ihnen verwendet werden. Um in den Genuss der Vorteile beider Mittel zu gelangen, kann man Benzoylperoxid am Morgen und das Retinoid am Abend anwenden. Es wurde jedoch nachgewiesen, dass Differin (Adapalen) stabil bleibt, wenn es zusammen mit Benzoylperoxid verwendet wird (Quelle: British Journal of Dermatology, Oktober 1998, Seite 139).
 

ÜBERSCHÜSSIGES FETT ABSORBIEREN: Die Produktion von überschüssigem Fett gehört wahrscheinlich zu den Problemen in der Hautpflege, die sich am schwersten in den Griff bekommen lassen. Da die Fettproduktion hormonbedingt ist, gibt es nichts, was man äußerlich anwenden kann, um die Hormone davon abzuhalten, mehr Fett zu produzieren. Was man tun kann, um die Situation nicht noch zu verschlimmern, ist, fetthaltige oder lindernde Produkte zu vermeiden. Um überschüssiges Fett zu absorbieren, können bestimmte Formen von Tonmasken helfen, jedoch sollte man solche vermeiden, die hautreizende Substanzen enthalten. So merkwürdig es klingen mag: man kann Phillips' Milk of Magnesia als Gesichtsmaske verwenden. Sie besteht nämlich aus nichts weiter als flüssigem Magnesiumhydroxid, das sich sehr gut zur Fettabsorption eignet. Wie oft Sie eine Maske anwenden, hängt von Ihrem Hauttyp ab. Manche machen's jeden Tag, andere einmal in der Woche.
 

Medikamentöse Lösungen:

RETINOIDE: Abgesehen vom Peeling gibt es rezeptpflichtige Medikamente, mit denen man die Form der Talgdrüse verbessern kann, darunter Retin­A (Tretinoin), Differin (Adapalen) und Tazorac (Tazaroten). Es gibt eine grosse Zahl an Untersuchungen, die belegen, dass diese Mittel bei der Bekämpfung von Akne wirken (Quelle: Journal of the American Medical Association, 11. August 2004, Seite 726-735). Je nach Hauttyp können Sie sie bis zu zweimal täglich anwenden. Sie können Sie auch nur nachts anwenden, wenn Sie tagsüber ein BHA- oder AHA-Produkt benutzen. Als Alternative empfehlen einige Dermatologen, das BHA- oder AHA-Produkt zuerst aufzutragen und erst dann das Retin­A, Differin oder Tazorac. Der Hintergedanke dabei ist, dass BHA oder AHA die Wirkung verstärken, indem sie den anderen Produkten beim Eindringen in die Poren helfen. Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt und probieren Sie selbst aus, wie oft angewendet, in welcher Kombination und in welcher Reihenfolge die Mittel bei Ihrer Haut am besten wirken.

ORALE ANTIBIOTIKA: Wenn die weiter oben angesprochenen rezeptfreien Lösungen, (sanfte Reinigung, Peeling und antibakteriell wirkende Mittel) oder die Anwendung von rezeptpflichtigen Retinoiden keine zufriedenstellenden Ergebnisse zeigen, gibt es auch noch die Möglichkeit eines oral einzunehmenden Antibiotikums, das der Arzt verschreiben muss. Verschiedene Studien belegen, dass orale Antibiotika in Verbindung mit äußerlich angewandten Tretinoinen oder Peelingmitteln die HautAkne eindämmen und stark vermindern können (Quellen: Cutis, Juni 2004, Seite 6-10; International Journal of Dermatology, Januar 2000, Seite 45-50).
So wirksam orale Antibiotika aber auch sein mögen, sollte man in ihrer Wahl trotzdem vorsichtig sein. Eine ernstzunehmende und problematische Nebenwirkung ist, dass Bakterien, die Akne verursachen, schon nach kurzer Zeit eine Immunität gegen das Antibiotikum entwickeln, wodurch die Akne wieder zurückkehrt (Quellen: Dermatology, Januar 2003, Seite 54-56; American Journal of Clinical Dermatology, April 2003, Seite 813-831 und März 2001, Seite 135-141; The General Meeting of the American Society for Microbiology, Mai 2001). Für welche Methode Sie sich auch entschließen: Sie sollten sie auf jeden Fall ausführlich mit Ihrem Hautarzt besprechen, der gemeinsam mit Ihnen auch die Nebenwirkungen überwachen sollte.

PHOTODYNAMISCHE THERAPIE, auch Lichttherapie genannt, kann Akne nachweislich wirksam bekämpfen (Quelle: Journal of Cosmetic Laser Therapy, Juni 2004, Seite 91-95). Diese medizinische Behandlungsmethode verwendet ein Medikament namens Aminolävulinsäure (das auch für die Behandlung prämaligner Hautveränderungen eingesetzt wird) in Verbindung mit Lasern, die die Haut nicht schädigen oder einer Lichtquelle UV-­Licht (Quelle: American Academy of Dermatology, www.aad.org). Nach dem Auftragen des Medikaments sitzt der Patient 15 bis 30 Minuten vor der Lichtquelle. Oft sind drei bis fünf Sitzungen, über einen gewissen Zeitraum verteilt, notwendig, bis man eine dauerhafte Verbesserung des Zustands erkennt.

Wenn alle Stricke reißen
Wenn Ihre unreine Haut fortbesteht, nachdem Sie alle beschriebenen Behandlungsmethoden ausprobiert haben, mag es notwendig sein, zu stärkeren Mitteln zu greifen wie beispielsweise Hormonblockern oder Antibabypillen, die darauf ausgelegt sind, HautAkne zu mindern.
Accutane (Markenname für Isotretinoin) ist eine der letzten Möglichkeiten in der Reihe der Mittel, zu denen man wirklich nur greifen sollte, wenn nichts anderes hilft, denn es hat sehr schwerwiegende potentielle Nebenwirkungen, insbesondere dann, wenn eine Patientin während der Anwendung schwanger wird (ich habe darüber ausführlich in der 3. Auflage meines Buchs The Beauty Bible berichtet). Accutane ist aber auch die einzige Chance auf eine Heilung unreiner Haut. Alle anderen Methoden vermindern das Problem lediglich oder halten es in Grenzen. Mehr als die Hälfte der Patienten, die sich einmal einer Behandlung mit Accutane unterzogen haben, bekommen danach nie wieder unreine Haut, und auch das Problem fettiger Haut wird ein für allemal gelöst. Bei der zweiten Behandlung stehen die Chancen sogar noch besser (Quellen: Skin Therapy Letter, März 2004, Seite 1-4; Expert Opinion on Drug Safety, Februar 2004, Seite 119-129; Journal of the American Medical Association, August 2004, Seite 726-735).

Paula Begoun