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Ekzeme (Juckflechte/Dermatitis)

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Körperekzeme


Ekzeme sind für mich eine sehr persönliche Angelegenheit, denn ich litt von der Zeit, als ich acht Jahre alt war, bis in meine frühen dreißiger Jahre unter dieser Hautkrankheit. Selbst heute noch treten bei mir gelegentlich Ekzeme auf, und deshalb halte ich immer eine Kortisoncreme in verschreibungspflichtiger Stärke griffbereit. Als ich jung war, war die Krankheit am schlimmsten. Über 70% meines Körpers waren mit juckendem, gerötetem, verkrustetem Ausschlag bedeckt. Ich ging bei Dermatologen ein und aus auf der Suche nach einer Lösung, die aber nie gefunden wurde, bis sich das Problem viele Jahre später von alleine löste. Wer von dieser Krankheit betroffen ist, hat mein tiefstes Mitgefühl. Obwohl wir heute mehr über die Wirkungsweise der Haut wissen als je zuvor, sind Ekzeme noch immer unergründet. Die Medizin hat auf diesem Gebiet gewaltige Fortschritte gemacht, aber es gab auch große Rückschritte bei der Behandlung dieser äußerst unangenehmen Erkrankung.

Ekzeme (auch als Juckflechte oder Dermatitis bezeichnet) sind ein Sammelbegriff für eine merkwürdige Vielfalt an Hautausschlägen, die von einzelnen kleinen juckenden, etwas trockenen Stellen bis zu entzündeten, nässenden, verkrusteten Flächen, die den gesamten Körper bedecken und pausenlos jucken, reichen. Obwohl es Ähnlichkeiten gibt, zeigen Ekzeme unterschiedliche Erscheinungsbilder und können von einer Person zur anderen völlig anders aussehen und sich anfühlen. Am häufigsten treten Ekzeme in den Armbeugen und Kniekehlen, am hinteren Teil des Halses, auf den Hand- und Fußrücken und an den Handgelenken auf.
Trotz jahrelanger Forschung bleibt die eigentliche Ursache dieser Erkrankung unbekannt. Eine weit verbreitete Theorie besagt, dass Menschen mit Ekzemen eine Art Kurzschluss in der Immunreaktion ihres Körpers haben. Das bedeutet, dass die Haut abnorm reagiert, wenn eine bestimmte Substanz mit ihr in Berührung kommt. In ganz extremen Fällen kann dies eine so harmlose Substanz wie Wasser sein. Bei anderen können die Auslöser Kleidung, Waschmittel, Seifen, Gräser, Nahrungsmittel, Allergene (z.B. Hausstaubmilben) sein, aber auch mangelnde Feuchtigkeit oder eine Kombination verschiedener Elemente. Noch frustrierender ist es, dass die Reaktion sporadisch auftreten kann, ohne jeden erkennbaren Anlass. Außerdem scheint auch die Vererbung eine Rolle zu spielen. Bei Kindern von an Ekzemen erkrankten Eltern tritt die Erkrankung mit 80%iger Wahrscheinlichkeit ebenfalls auf. Ferner scheinen Stress-Situationen – sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen – die Schübe auszulösen, zu verlängern oder zu verschlimmern.
Unabhängig von der Ursache reagiert von Dermatitis betroffene Haut auf eine Substanz oder einen Umwelteinfluss, indem sie außer Kontrolle gerät und sich mild bis schwer entzündet, was zu Juckreiz und in der Folge zu Kratzen führt.

Einige der typischeren Formen von Ekzemen sind:

Atopisches Ekzem (auch atopische Dermatitis oder Neurodermitis genannt): Die vermutlich schlimmste und schmerzhafteste Art von Dermatitis zeichnet sich durch besondere Schwere und einen unerträglichen Juckreiz mit Irritationen aus, durch die die Haut wund, rissig und anfällig für Infektionen wird.

Allergisches Kontaktekzem:Diese spezifische Form von Dermatitis entsteht, wenn eine bestimmte Substanz mit der Haut in Kontakt kommt (daher der Name) und eine Überreaktion des Immunsystems auslöst, so dass sich die Haut entzündet und sensibel reagiert. Typischerweise kann dies durch Düfte, Nickel, Waschmittel, Wolle, Gras, Zitrusfrüchte, Haushaltsreiniger oder Essig ausgelöst werden. Wenn Sie den Auslöser gefunden haben, dann reicht es meist aus, wenn Sie den Kontakt damit künftig vermeiden. Eine Untergruppe dieser Erkrankung ist die exzematöse Liddermatitis . Im Normalfall manifestiert sich diese durch schwache bis mittelmäßige Rötung sowie Schuppenbildung und geschwollene Haut. Sie ist sehr weit verbreitet und betrifft vor allem Frauen, denn die Ursache sind meist Haarpflegemittel, Kosmetika und Nagellack, die versehentlich mit den Augen in Berührung kommen. Hauptauslöser sind Nagellack, Parfüm und Konservierungsmittel. Am besten lässt sich das Problem dadurch lösen, dass man die betreffenden Produkte nicht weiter benutzt und nach Alternativen sucht, die diese Reaktion nicht auslösen.
 

Seborrhoisches Ekzem bei Kindern: Diese Form der Dermatitis, besser bekannt unter den volkstümlichen Namen Grind oder Milchschorf, betrifft fast nur Kleinstkinder im ersten Lebensjahr. Die dicken, krustigen, manchmal geröteten Läsionen mögen zwar gefährlich aussehen, aber sie jucken kaum, und das Kind spürt sie meistens überhaupt nicht.
 

Seborrhoisches Ekzem bei Erwachsenen: Tritt bei den meisten Menschen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Normalerweise zeigt es sich auf der Kopfhaut in der Form milder Schuppen, aber es kann sich aber auch auf Gesicht, Ohren und Brust ausbreiten. Die Haut rötet und entzündet sich und beginnt dann, Schuppen zu bilden. Man vermutet, dass die Erkrankung von einem Hefepilz ausgelöst wird. Im Falle einer Infektion kann es notwendig werden, die Haut mit einem Antimykotikum (Antipilzmittel) zu bekämpfen.
 

Nummuläres Ekzem: Typischerweise zeigt sich die nummuläre Dermatitis an den Beinen in Form münzgroßer rosaroter bis roter Flecken, die sich bei Krusten- oder Schuppenbildung orange verfärben können. Wenn sie nicht behandelt werden, werden die trockenen, schuppigen Flecken normalerweise dunkler und dicker. Diese Art der Dermatitis tritt am häufigsten bei heranwachsenden Mädchen und bei Frauen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren auf und kommt hauptsächlich im Winter zum Ausbruch.
 

Behandlung von Ekzemen
Es zeichnen sich zwar noch keine Heilungsmethoden ab, aber es gibt eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, mit denen sich die Symptome und die krankheitsbedingten Unannehmlichkeiten abmildern lassen.
 

Sanfte, wirksame Hautpflege: Überraschenderweise ist die erste Verteidigungslinie eine milde Hautpflege, die Entzündungen verhindert oder eindämmt und die Haut feucht und intakt hält. Bei den meisten Formen von Dermatitis erzielt man erstaunliche Ergebnisse, wenn man die äußere Struktur der Haut verbessert, indem man der Haut Antioxidationsmittel, Weichmacher und reizhemmende Substanzen zuführt sowie hautänliche Substanzen, die man in einer normalen, gesunden Haut findet. Konkrete Empfehlungen finden Sie am Ende dieses Artikels.

Reizstoffe meiden: Abgesehen von einer sanften Hautpflege und einem gutformulierten Feuchtigkeitsspender ist es sehr wichtig, dass man Dinge meidet, die Hautreaktionen auslösen können. Gehen Sie bekannten Reizstoffen aus dem Weg und vermeiden Sie längeren Wasserkontakt. Es ist auch sehr hilfreich, wenn Sie sofort nach dem Waschen  eines Körperteils – aber insbesondere der Hände – den Feuchtigkeitsspender erneuern, da Seifen und Reinigungsmittel sind berüchtigte Auslöser solcher Reaktionen sind. Wenn Sie wissen, welche Substanz die fragliche Reaktion Ihrer Haut verursacht, tragen oder benutzen Sie sie nach Möglichkeit nie wieder. Sollten Sie Seifen- oder Waschstücke benutzen, dann wechseln Sie unbedingt zu wasserlöslichen Flüssigreinigern, die sehr milde Reinigungswirkstoffe enthalten (meiden Sie solche, die Natriumdodecylsulfat oder C14-16-Natriumsalz enthalten).

Topische Steroide: Die verbreitetste und erfolgreichste Behandlung ist jene mit lokalen Steroiden (Kortisoncreme) in verschreibungspflichtiger Konzentration. Rezeptfreie Kortisoncremes können bei leichten oder vorübergehenden Ekzemen auch wirksam sein, aber wenn sie nicht mehr weiterhelfen, können verschreibungspflichtige Kortisoncremes buchstäblich ihre Haut retten. Obwohl sich bei den meisten handelsüblichen Kortisonkonzentrationen kurzfristig keine schädlichen Nebenwirkungen einstellen, ist es wichtig, die Creme nur bei Bedarf und nur auf die betroffenen Stellen aufzutragen. Die wiederholte Anwendung von Kortisoncremes über einen längeren Zeitraum (über Jahre, nicht nur für kurze Zeit) kann die Haut ausdünnen und vorzeitig altern lassen.

Orale Steroide: In besonders schweren Fällen von Dermatitis und-, wenn topische (äußerlich aufgetragene) Steroide nicht geholfen haben, kann der Arzt auch oral zu verabreichende Steroide verschreiben. Aufgrund der schwerwiegenden Nebenwirkungen dieser Arzneimittel darf die Einnahme nur unter Aufsicht eines Arztes erfolgen.

Topische Immunmodulatoren: Die FDA ließ 2000 und 2001 die Präparate Protopic (Wirkstoff: Tacrolimus) und Elidel (Pimecrolimus) als neue Arzneimittel für die lokale Behandlung von Ekzemen zu. Es handelt sich hier nicht um Kortisone oder Steroide, sondern Arzneistoffe, die die Immunreaktion der Haut regulieren können. Anfängliche Studien fielen außerordentlich positiv aus, und „[d]ie FDA gründete ihre Zulassung auf die Ergebnisse von drei zwölfwöchigen Studien, die ergaben, dass 28 bis 37% der Patienten, die Protopic eingenommen hatten, nach Feststellung von Ärzten eine Besserung des Zustands ihrer Haut von 90% oder mehr aufwiesen, sowie von zwei einjährigen Studien, die zeigten, dass das Arzneimittel bei sporadischer Anwendung über einen längeren Zeitraum unbedenklich ist“ (Quelle: http://www.fda.gov/bbs/topics/ANSWERS/ANS01060.html). Elidel wirkt auf die gleiche Weise, und die Studien fielen ähnlich positiv aus. Mit anderen Worten: Durch eine Unterdrückung des Immunsystems hindern die Präparate die Haut daran, auf ansonsten harmlose Substanzen mit Rötungen und juckendem, entzündetem Ausschlag zu reagieren.

Bedauerlicherweise veröffentlichte die FDA im März 2005 eine Gesundheitswarnung für Elidel-Creme und Protopic-Salbe, in der sie Ärzte und Patienten „von einem möglichen Krebsrisiko durch die Anwendung von Elidel (Pimecrolimus) und Protopic (Tacrolimus)“ in Kenntnis setzte. Weiter erklärte die FDA, diese Bedenken stützten sich „auf Erkenntnissen aus Tierversuchen und Fallberichten einer kleinen Zahl von Patienten sowie darauf, wie diese Arzneimittel wirken [die Unterdrückung des Immunsystems kann dazu führen, dass sich Krebszellen vermehren, die andernfalls von einem normal funktionierenden Immunsystem angegriffen und zerstört würden]. Möglicherweise benötigen Versuche am Menschen zehn Jahre oder länger, bis endgültig festzustellen ist, ob Elidel oder Protopic mit Krebs in Verbindung gebracht werden können. In der Zwischenzeit ist das Risiko nicht zu bestimmen, und die FDA empfiehlt, Elidel und Protopic nur bei Patienten, bei denen die Behandlung mit anderen Therapien fehlgeschlagen ist und nur nach Vorschrift einzusetzen“ (Quelle: http://www.fda.gov/cder/drug/advisory/elidel_protopic.htm).

Lichttherapie: Forschungen haben gezeigt, dass die Symptome chronischer Dermatitis gemindert werden können, wenn man die Haut einer Bestrahlung durch UV A- oder UV B-Licht aussetzt. Unter medizinischer Aufsicht können die betroffenen Hautstellen mit eigens dafür bestimmte Lampen bestrahlt werden, die in einer Kiste befestigt sind. Schwerere oder chronische Fälle von Dermatitis können mit UV A-Licht in Verbindung mit einem verschreibungspflichtigen Arzneistoff namens Psoralen behandelt werden. Psoralen kann oral oder topisch verabreicht (also eingenommen oder aufgetragen) werden, um die Lichtempfindlichkeit der Haut zu erhöhen. Diese Therapie nennt man „PUVA“ (Psoralen + UV A-Licht).
Lichttherapeutische Behandlungen sind kompliziert und teuer. Sie werden über einen Zeitraum zwischen einer Woche und mehreren Monaten mehrmals wöchentlich in einer entsprechend ausgestatteten Arztpraxis durchgeführt. Zudem ist zu bedenken, dass die Risiken beschleunigter Hautalterung und das erhöhte Hautkrebsrisiko bei einer Therapie mit UV-Strahlung ähnlich einzustufen sind wie beim Sonnenbaden.

Alternative Behandlungen: Für diejenigen, die nach Alternativen zu ärztlich verschriebenen Therapien oder den oben genannten Methoden suchen, erschien eine interessante Studie zu Ekzemen in der Januarausgabe 2001 von The Archives of Dermatology . Diese Studie berichtet von Untersuchungen in Japan, die zeigten, dass zwei Drittel der Patienten mit Ekzemen Besserungen aufwiesen, nachdem sie einen Monat lang täglich eine Tasse Oolong-Tee getrunken hatten. Der Studie zufolge wurden „118 Patienten … gebeten, ihre dermatologische Behandlung fortzusetzen. Zusätzlich wurden sie jedoch instruiert, Oolong-Tee zu trinken, der hergestellt worden war durch das Eintauchen eines 10 Gramm-Teebeutels in 1.000 Milliliter kochendes Wasser, in dem man ihn 5 Minuten ziehen ließ. Nach einer Behandlungszeit von 1 Monat wiesen 74 (63%) der 118 Patienten eine deutliche bis mäßige Verbesserung ihres Zustands auf. Eine gute Reaktion auf die Behandlung wurde bei 64 Patienten (54%) noch nach 6 Monaten festgestellt.“

Die Studie kam zu dem Schluss, dass die „therapeutische Wirksamkeit von Oolong-Tee möglicherweise aus den antiallergischen Eigenschaften der Tee-Polyphenole resultieren“ könnte. Wenngleich die Studie nicht untersuchte, welche Wirkung das Teetrinken hat, wenn man die lokale Behandlung abbricht, konnten die Patienten doch einigen Nutzen daraus ziehen. Indem man äußerliche Behandlungen (Feuchtigkeitsspender und eventuell Kortisoncreme) also mit etwas Oolong-Tee verbindet, addiert sich der Nutzen vielleicht so weit, dass er den Betroffenen etwas Erleichterung bringt.

Nachtkerzen- und Borretschöl enthalten Gamma-Linolensäure, die für die allgemeine Gesundheit der Haut eine Rolle spielen könnte und im Ruf steht, bei topischer Anwendung das Auftreten von Ekzemen zu mindern. Mehrere Studien, darunter eine im British Medical Journal (Dezember 2003, Seite 1358–1359) veröffentlichte, haben jedoch gezeigt, dass dies nicht der Fall ist. Wenn Sie jedoch an alternativen Behandlungen von Ekzemen interessiert sind, können Sie auch bei dieser Methode ausprobieren, ob Sie Ihnen vielleicht hilft, denn das Risiko schädlicher Nebenwirkungen ist hier sehr gering ist.

Es gibt auch Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass die Nahrung für die Reaktionen der Haut verantwortlich sein könnte. Es lohnt sich zu experimentieren, um festzustellen, ob der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittelgruppen wie Milcherzeugnisse, Gluten, verarbeitete Lebensmittel oder Nüsse die Schwere oder Häufigkeit der Schübe in Ihrem Fall mindern kann.

(Weitere Quellen für diesen Artikel: Dermatologic Therapy , September 2004, Seite 264; Pediatrics, Januar 2006, Seite 118–128; Current Medical Research and Opinion, November 2005, Seite 1735–1739; British Journal of Community Nursing, Oktober 2005, Seite 453–456; Homeopathy, Oktober 2005, Seite 215-221; Pediatric Allergy and Immunology, September 2005, Seite 527–533; American Journal of Clinical Dermatology, Juni 2005, Seite 203–213; Journal of Dermatology, May 2005, Seite 346–353; British Journal of Dermatology, Juni 2005, Seite 1193–1198; Skin Pharmacology and Physiology, Mai/Juni 2005, Seite 103–114; Archives of Dermatology, Dezember 2004, Seite 1463–1466; The Skin Sourcebook, Dr. med. Alan S. Boyd, 1998, Seite 45–62.)

Paula Begoun